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Initiative ESG Circle: Für messbare und sichtbare Nachhaltigkeit in der Immobilienbranche

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Der in München ansässige Projektentwickler und Asset Manager Accumulata hat sich der Branchen-Initiative ESG Circle of Real Estate (ECORE) angeschlossen. Accumulata will sich damit an der Entwicklung eines europaweiten Nachhaltigkeitsstandards im Gebäudesektor beteiligen. Zudem möchte das Unternehmen die eigenen Anstrengungen in Bezug auf Umwelt (Environment), Gesellschaft (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance) besser messen und darstellen können. Die ECORE-Mitglieder eint das Ziel, einen belastbaren und marktfähigen Branchenstandard zu etablieren. Der Branchenstandard soll es Bestandshaltern, Projektentwicklern und Asset Managern erlauben, Immobilien und Portfolios mit Blick auf Nachhaltigkeitskriterien messen, europaweit vergleichen und transparent darstellen zu können. 60 Investmenthäuser sind bereits beigetreten, womit das auditierte Immobilienvermögen fast 900 Milliarden Euro umfasst. Unterstützt wird die Initiative vom Fondsverband BVI, dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA) sowie dem German Council of Shopping Places (GCSP) und der GEFMA (German Facility Management Association). Seit Februar befindet sich das ECORE-Scoring für die ersten Asset Klassen in der Pilotphase.

Ziel ist die kontinuierliche Optimierung bis zur CO2-Neutralität

„Seit dem Pariser Klimaschutzabkommen und der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2015 ist klar, dass Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu den bedeutendsten Einflussgrößen unserer Branche avancieren. Accumulata hat bei der Gestaltung seiner Projekte frühzeitig die zu erwartenden ESG-Anforderungen berücksichtigt, um Projekte entlang von ESG-Kriterien auszurichten“, erklärt Konstantin Hähndel, Executive Director und Head of Products & Clients bei Accumulata. Mit Projekten wie der Macherei in München schafft Accumulata aktuell bereits nachhaltige Konzepte, die mit dem LEED-Zertifikat Gold ausgezeichnet werden.

Mit Blick auf die bevorstehenden regulatorischen Anforderungen wie die Offenlegungs- und Taxonomieverordnung will Accumulata laut Hähndel nun Erfahrungen und das Expertenwissen seiner Asset- und Projekt Manager einbringen, um den künftigen EU-weiten Nachhaltigkeitsstandard der Immobilienbranche während der Pilotphase aktiv mitzugestalten.

„Gleichzeitig wollen wir mit ECORE unsere Bestände und Projekte noch transparenter und vergleichbarer machen. So können Investoren, Eigentümer und Mieter sowie andere Stakeholder erkennen, inwieweit Klima-Ziele und ESG-Kriterien im Gebäudebestand und  Management abgebildet werden.“ Der Kriterienkatalog wird fortlaufend aktualisiert und nach Nutzungsarten spezifiziert. Er bildet die Basis für eine kontinuierliche Optimierung hin zur CO2-Neutralität.

Anwenderfreundlich: Modell liefert Fahrplan zur Erreichung der ESG-Ziele

Das Scoring umfasst über die ESG-Themen hinaus die erforderlichen Taxonomie-Kriterien des Pariser Klimaschutzabkommens und des EU-Green-Deal. Mieter, Anleger oder Investoren können anhand eines Prozentwertes von Null bis 100 erkennen, wie gut eine Immobilie bzw. ein Portfolio die Klima-Ziele und ESG-Kriterien erfüllt. Daraus eröffnet sich im Detail das operative Optimierungspotenzial einer Liegenschaft. Das ESG-Scoring-Modell liefert einen konkreten Fahrplan, mit welchen Maßnahmen sich die ESG-Ziele erreichen lassen. Neben der breiten Marktabdeckung sind der operative Nutzen für Anleger und die Vergleichbarkeit in seiner Peer-Group bei adäquatem Aufwand zentraler Bestandteil dieses ESG-Scorings.

Scoring-Modell besteht aus drei Clustern

Das Scoring-Modell besteht aus den drei Clustern Governance, Verbräuche und Emissionen sowie Asset Check. „Cluster I - Governance“ beleuchtet Nachhaltigkeit und das Management des Portfolios, Kommunikation und externe Qualitätssicherung wie Nachweise oder Ratings. Analysiert wird hier unter anderem, ob Mieterausschlusskriterien angewendet oder grüne Mietverträge abgeschlossen wurden und unter welchen Aspekten Investitionsentscheidungen gefällt wurden. Im „Cluster II - Verbräuche und Emissionen“ lauten die zentralen Themen Energieverbrauch, CO2-Emissionen, Wasserverbrauch, Abfallaufkommen und die Bewertung „Paris-Ready“ (Abgleich mit den Zieldaten für 2030). Das „Cluster III - Asset Check“ umfasst acht qualitative Themenfelder: Gebäudeautomation, Hülle und Technik, Ressourcen, Nutzerkomfort, Ökonomie, Lage, Maßnahmen im Betrieb sowie Zukunftsfähigkeit.

Pilotphase Mitte 2021 abgeschlossen

Im ersten Jahr werden Daten von über 600 Objekten aus den weltweiten Mitglieder-Immobilienportfolios erhoben. Die teilnehmenden Unternehmen liefern die erforderlichen Informationen in der ersten Jahreshälfte 2021 und können so ihren Status je Objekt erfahren. Mitte 2021 werden die Erkenntnisse aus der Pilotierung aufgenommen und das Scoring finalisiert. Geplant ist zudem ein Benchmarking über mehrere Länder und Asset-Klassen.

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